Früh Kölsch

Autor
Kulle
Erstellt
Samstag, 30. November 2013
Bewertung des Tests
(11 Stimmen)
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Früh Kölsch
  • Biersorte
    Kölsch
  • Alkoholgehalt
    4,8%
  • Behältnis
    Glasflasche
  • Reinheitsgebot
    Ja
  • Brauerei
    Cölner Hofbräu Früh
  • Stadt
    Köln
  • Land
    Deutschland
  • Besonderheit
    -
  • Als gebürtiger Solinger - aufgewachsen an der Kölsch-Alt-Pils-Front - hat man ja ein gespaltenes Verhältnis zum Kölsch. Es ist einem nicht fremd, aber so richtig Lieben lernt man es auch nicht. Es fasziniert auch nicht, es wird einfach getrunken, wenn man einen Abend in Köln verbringt. Zeit, der Sache tiefer auf den Grund zu gehen. Und um den nötigen Abstand zur mit Kölsch untrennbar verbundenen Kölner Brauhauskultur zur gewinnen, fand der Test in Berlin statt. Das Früh kam aus der Flasche und wurde aus dem Kölsch-Glas getestet.

     

    Flaschendesign

    Das Design der Flasche ist völlig unspektakulär. Nur wenige farbliche Akzente, keine Gimmicks, wenig zu entdecken. Auf der Rückseite fällt eine hässliche 3D-Abbildung des Kronkorkens ins Auge. Die Glasflasche selbst ist Standard und weißt keinerlei Verzierungen auf. Früh ist ein Bier, das es nicht nötig hat durch ausgefallenes Flaschendesign aufzufallen. Wäre es nicht weltbekannt als Kölner Brauhausbier, so könnte man es aufgrund des Flaschendesign glatt als Billigbier einordnen. 

     

    Geruch

    Zum Geruch ist im Grunde nicht viel zu sagen. Sehr mild mit leicht modriger Note. Genau so erwartet man es von einem Bier, das den Ruf hat, immer leicht abgestanden zu wirken. Da ist rein gar nichts zu entdecken.

     

    Aussehen

    Das Bier hat eine unaufdringliche, mattgoldene Farbe. Die matte Flüssigkeit wird gebrochen durch aufsteigende Bläschen. Die Schaumkrone hat eine Halbwertszeit von weniger Sekunden. Kaum ist das Bier eingeschüttet, verschwindet die feinporige Krone auch schon wieder. Aber das kennt man ja vom Kölsch. Eine mächtige Schaumkrone ist ja auch kein Wert an sich, sondern muss zum Bier passen. Zum Kölsch würde sie nicht passen. Was dann allerdings doch negativ auffällt, sind die kleinen vereinzelten Schaumrückstände, die auf der Bieroberfläche verharren. Das trübt den ästhetischen Eindruck dann doch etwas.

     

    Geschmack

    Geschmacklich fällt zu allererst der natürliche, leicht abgestandene Charakter des Bieres auf. Frisch ist Früh Kölsch wirklich nicht. Der Antrunk prickelt stark, ist aber milde im Geschmack. Im Mittelgang gibt es eine würzige Note, aber das Bier bleibt milde. Erst im Abgang kommt die Stärke des Bieres zum Vorschein: Reich und würzig, wenn auch kurzanhaltend nimmt man hier eine wohltuende und typische Note wahr. Das Erlebnis ist freilich nur von kurzer Dauer. Zurück bleibt nichts außer Durst. Kölsch wird typischerweise im kleinen 0,2 Liter-Glas serviert und das hat seinen Grund. Das Bier wird schnell abgestanden und uninteressant, wenn es zu lange im Glas liegen bleibt.

     

    Abschluss


    Lauwarm aus der Flasche ist Kölsch eine Qual, aber schön gekühlt kann es auch aus der Flasche genießbar sein. Wichtig ist dabei das typische 0,2 Liter-Glas. Insgesamt ein solides, aber wenig spannendes Bier. Wer keine Verbindungen ins Rheinland hat wird das Interesse am Kölsch vermutlich schwer nachvollziehen können, denn der Geschmack allein kann die Beliebtheit nicht erklären. Aus dem Fass ist Früh natürlich noch einmal anders zu bewerten.

  • Design
    3
  • Bieraussehen
    2
  • Geruch
    3
  • Geschmack
    2
  • Gesamtnote
    2-
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